Klickbar oder Messbar?

Am Ende eines Sprints soll etwas heraus kommen, was man dem Kunden zeigen kann bzw deliverable ist. Kunden an sich können nur sehen was klickbar ist. Dinge die nicht klickbar sind sind für die meisten Kunden einfach nicht existent, weil diese zu meist keine technischen Anforderungen stellen sondern fachliche. Man Klickt etwas an und es passiert was und das ist das was der Kunde sieht und bewertet.

Aber muss es so sein? Es gibt viele Dinge innerhalb eines Sprints, die die Entwicklung und technische Basis voran bringen ohne das ein Anwender sie bemerkt oder sehen kann. Deswegen ist es vielleicht falsch nur den Kunden die Bewertung zu überlassen. Der Kunde muss nur am Ende etwas sehen, das man messen und dann validieren kann.

Angenommen, ich möchte mehr Automatisierung in der UI haben. Formulare sollen sich automatisch erzeugen und nicht mehr per Hand zusammen gebaut werden müssen. Kann ich das in einem Sprint nach der Definition liefern? Ja! Ich baue es ein und liefere dem Kunden am Ende des Sprints einen Mess-Fall. Genau so ob die Änderung die der Kunde sieht er nach dem Spring validiert werden kann, ob der erhoffte Impact eintritt, kann meine technische Änderung genau so zur selben Zeit getestet werden. Zwar nicht durch einen Anwender sondern durch die Daten des nächsten Sprints selbst, aber das Ergebnis ist das Selbe.
Ich liefere etwas und gebe dem Kunden etwas an die Hand, um die Hypothese auf der dieses gelieferte fußt, prüfen zu können. Ich sage, ich kann mit dieser Änderung im nächsten Sprint 6 neue Formulare in der UI liefern und nicht mehr nur 2. Das ist eine gute Annahme, die sich überprüfen lässt. Ob eine andere Userstory, die vom Kunden selbst kommt, am Ende das erhoffte liefert, weis man genau so wenig, wie diese Annahme, mit der ich den Form-Generator eingebaut habe.

Nach dem folgenden Sprint, gehe ich wieder zum Kunden und zeige ihm, was wir an Formularen gebaut haben. Nun prüft er, ob meine Annahme mit 6 Formularen erfüllt wurde. Vielleicht sind es nur 5 geworden oder wir hatten sogar Zeit über, in der wir noch ein Formular mehr hätten machen können... das ist gar nicht ganz so wichtig, weil sich heraus gestellt hat, dass es eine Verbesserung gab und damit meine technische Userstory erfüllt werden konnte und nicht nochmal neu bearbeitet werden oder als Fehlschlag einzustufen ist.

Ob man also klickt oder am Ende Zahlen vorlegt, ist für den Kunden dann egal. Man hat jeweils etwas gebaut, was sich in der Zeit danach bewähren muss und nur das was dann da heraus kommt zählt und nicht was am Ende des Sprint sichtbar war. Deswegen muss ich am ende des Sprints immer nur etwas liefern, was messbar ist. Nicht etwas was direkt sichtbar ist.
User annonyme 2018-12-15 21:04

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