Refurbished IT - Gebraucht, günstig, produktiv

Ich hatte mal vor längerer Zeit einen Blog-Post darüber gesprochen, dass IT nicht bei Ebay wächst. Also über Firmen, die ihre IT Ausstattung oder was sie so nennen, sich Stückchenweise bei Ebay und so zusammen kaufen und einen wilden Wuchs verschiedenster PCs und Notebooks mit genau so vielen verschiedenen Problemen schaffen.

Das Verlockende an diesem Vorgehen ist einfach der Preis und damit ein gedachter schneller RoI. Nur leider stimmt dieses so einfach nicht. Verschiedene Systeme haben verschiedene Probleme und brauchen verschiedene Lösungen. Die langzeit Administrationkosten sind also sehr hoch und drücken sehr auf den RoI. Oft wären der RoI schneller und höher bei neuen Systemen, die man bei z. B. bei Dell, HP, Fujitsu oder Lenovo in den benötigten Stückzahlen kaufen kann.

Aber es gibt eine 3. Methode, die eher der 2. genannten entspricht, aber auf Preisen der ersten basiert. Refurbished Systeme kaufen. Refurbished Systeme kommen zu meiste aus alten Firmenbeständen. Wenn eine Firma 200 Arbeitsplatz-PCs austauscht, weil der Hersteller nach 5-6 Jahren keinen bezahlbaren Support und Ersatzteile/Austauschgeräte mehr bietet, holt man sich gerne eine externe Firma, die die PCs einen abkauft, wieder in Schuss bringt und dann selbst weiter verkauft. Stückzahlen, Garantie und schon die richtige Art von Systemen für einen sehr günstigen Preis.

Bei dem Preis kauft man sich einfach 10% mehr als benötigt und spart sich teure Support-Verträge.

Konkret ging es bei mir um eine Anfrage, wie man ~12 Arbeitsplätze erneuern könnte. Es gab verschiedene Angebote und ich sollte auch noch mal was raus suchen. Anforderung war, dass sie schneller als die alten sein sollten. Das übersetzt man dann in: leicht administrierbar, alle gleich, solide Hardware, ausreichend Anschlüsse. Da ist das auch Freelance-Ebene neben meinem Job mache, habe ich dabei auch die Freiheit günstig zu sein, auch wenn ich versuche nicht denen, die davon leben, die Preise kaputt zu machen.

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Ich hab einen einfachen Office-PC rausgesucht. Ein i5 ist mehr als ausreichend schnell. Denn was machen die Leute im Büro? 80% der Anwendungen sind Cloud-Anwendungen, die im Firefox laufen. Was in Word schreiben. Die Hardcore-Anwender verwenden sogar mal Excel (teilweise für Todo-Listen). PDFs ansehen, Drucken, Scannen (damals noch über SMB-Freigaben *urgs*).. das war es. Ich wurde gewarnt, dass viele ja so viele Daten hätten 10GB-500GB an Daten und die 320GB HDD würde ja nie reichen. Wenn man aber die 600MB Druckertreiber, 150MB Openoffice Installer, etc einmal weg gerechnet hatte blieben meist so 1GB-5GB übrig. Der Arbeitsplatz der Grafikdesignerin war eine eigene kleine ungeplante Baustelle.
Viel konnte man sparen, in dem man die Scans nur noch über Email laufen lies. Weil dann ist alles im Postfach zu finden, was man mal gescannt hat und man findet es dort auch wieder, falls mal die Kopie von der Festplatte verloren geht (defekter PC oder so).

Also i5, 8GB RAM, 320GB HDD und , das war mir wichtig, 2 Displayports. Keiner der dort verwendeten Monitore war mit Displayport angeschlossen, ABER der Wildwuchs an HDMI, DVI und VGA Monitoren, Adaptern und Kabel war zu undurchsichtig um alles irgendwie geordnet aud 1x HDMI, 1x DVI, 1x VGA auszuteilen. An Displayport kann man alles gut und einfach adaptieren und die Adapter sind günstig. Also lieber 8x DP auf HDMI und 6x DP auf DVI ADapter kaufen und sich den Stress mit Kabel und Monitore sortieren und hin und her tauschen sparen.

Etwas was man auch nicht unterschätzen sollte, ist die Stapelbarkeit der PCs. Wenn man die alten einlagert oder neue vorbereitet für den späteren Einsatz, ist man glücklich im Lagerraum nur wenig Platz zu benötigen. Da sind diese Office-PCs auch fast unschlagbar (nur die Kiste für die Netzteile ist nicht ganz optimal).

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Das sind dann ca 280 Euro für einen neuen Arbeitsplatz und es können mit Tesafilm zusammen gehaltene PCs ausgetauscht werden :-)

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Was neu gekauft wurde, sind die Adapter, ein QNAP NAS (als allgemeiner SMB-Server und Domain-Controller.. was echt super funktioniert), sowie eine Fritzbox. Die Fritzbox ersetzte eine Telekom Digitialisierungbox Business.
Beim Router war der RoI auschlag gebend. Remote-Access, VPN und alles schnell und einfach. Der Preis für die Fritzbox war schon in den 30min wieder drin, die ich damit brauchte alles einzurichten, wobei ich bei der Box 4-5h lang gescheitert bin. Ok.. mir fehlte die Erfahrung mit der Box, aber wenn man die TK-Anlagen Funktion der Box nicht nutzt, ist es kein Verlust und spart direkt Geld (Fallback Lösungen sind auch schnell in 10min umgesetzt).

Selbst die Fritzbox hätte man gut gebraucht kaufen können, wenn man die Zeit gehabt hätte. Bei QNAP Geräten sind die Auswahl und die Preise bei Refurbished Geräten so schlecht, dass neu kaufen genau so gut ist.
Bei anderen Herstellern ist es leider nicht besser (Domain-Controller Funktion lässt leider wenig Auswahl!)

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Noch mal zum Grafik-Arbeitsplatz. Momentan ist der Arbeitsplatz nur mit einem Notebook (i7, 16GB, etc) ausgerüstet und soll zu einem Arbeitsplatz mit einer echten Workstation + dem Notebook + VPN-Zugang werden. Der Printserver für den Plotter entpuppte sich als Xeon CAD-Workstation (E3, 16GB, Quadro 4000er, 256GB M.2 SSD). Dafür habe ich eine refurbished 2TB HDD gekauft (ich liebe Shops wo ich 3h nach Bestellung alles einfach direkt abholen kann).
Die Daten für die Workstation und das Notebook sollen auf dem NAS gelagert sein, dass über VPN dann erreichbar ist.

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Am Ende war es eine gute Entscheidung das meiste gebraucht oder wenigstens günstig zu kaufen. Beim NAS sind neue Festplatten gut, aber das Gehäuse hätte man genau so gut gebraucht kaufen können. Für Festplatten und SSDs die nicht 24h/7d laufen reichen auch oft refurbished Komponenten, die zumeist aus Demo-Systemen stammen oder bei Aufrüstungen übrigblieben.

Ich habe erst gestern eine 300GB SSD verbaut, um einen PC noch mal etwas mehr schnellen Speicher zu geben. Günstig, funktioniert... da am Ende nur viel davon gelesen wird (da kommt der Steam-Ordner drauf) hält die auch lange. Auch als unempfindliche externe Festplatte sind günstige SSDs echt super. Sie sind sehr viel schneller als USB-Sticks und halten auch mal Stöße sowie Stürze aus, weil keine mechanischen Komponenten verbaut sind. Ein gutes 2,5 USB 3.0 Gehäuse gibt es für 8 Euro.

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Seine IT auf refurbished Geräten aufbauen zu lassen ist also ohne Probleme möglich und für kleine Firmen, die nicht viel Geld investieren und auch das schnell wieder drin haben wollen, eine sehr gute Alternative zu Verträgen mit Dell, HP, etc.
User annonyme 2018-03-05 22:33

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Five + = 7

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